Freitag, 17. Oktober 2008

Auf dem Surftrip

Herjemine, sind Plaene eigentlich nur dazu da, um regelmaessig voellig uebern Haufen geschmissen zu werden? Wollten wir nicht eigentlich zur Bay of Plenty an der Ostkueste? Wollten wir nicht eigentlich Kiwis pfluecken oder im Vineyard schuften? Jetzt sitze ich hier an der Westkueste in Raglan, seit 5 Tagen schon, was an sich nicht gerade fuer fleissiges Herumreisen spricht... nun ja, ich befolge nur, was in meinem Reisefuehrer steht, der Raglan als die Stadt anpreist, die optimal dafuer geeignet ist, saemtliche Reiseplaene ueber den Haufen zu werfen, um noch eine Weile weiter in Flipflops durch die Stadt schlendern zu koennen. Es ist nicht so, dass Raglan supergross und super interessant ist, man kann nicht einmal viel angucken, aber es ist die perfekte Stadt zum einfach nur Rumhaengen, das Leben geniessen - und Surfen. Dafuer ist dieser Ort sogar beruehmt, einer der World Hot Spots oder so aehnlich. Also hab auch ich mich mutig aufs Brett geschwungen und bin diverse Male weniger elegant wieder hinuntergesegelt, durchgewaschen und an Land wieder ausgespuckt worden, aber ich muss sagen dass die 3 oder 4 Sekunden, die man dann wirklich da oben steht, alles Fallen und Planschen mehr als wettmachen - was ein Grund ist, sich dem nassen Element ein ums andere auszuliefern, das ist auch heute der Plan.
Wir kamen also in Raglan an, wollten eigentlich nur eine Nacht hier verbringen, fanden einen wundervollen Platz mit Blick auf die Surfbucht, beobachteten die Surfer, guckten dann uns an und dachten beide das gleiche: Wir wollen auch! Kurze Zeit spaeter hielt ein Auto neben uns und heraus sprang Lisa, die per Zufall im gleichen Ort gelandet war, obwohl wir ganz unterschiedliche Reiserouten hatten. Setzte sich zu uns, guckte hinunter und seufzte ebenfalls: Ich will auch! Gesagt, getan, wir checkten am naechsten Tag im Backpacker Hostel ein (nachdem wir von einem freundlichen Polizisten darauf hingewiesen worden waren, dass man nirgendwo in Raglan wild am Strassenrand campen darf...) und Paul und ich besorgten uns einen zweitaegigen Aushilfsjob im Supermarkt um zumindest einen Teil des Geldes wieder hereinzubekommen, den wir hier lassen werden. So raeumten wir also zwei Tage Regale um, um uns abends aufs Board zu schwingen und ansonsten die relaxte und coole Atmosphaere im Hostel zu geniessen und in den Haengematten im Innenhof rumzuhaengen. Leider machte Pauls zweite Welle seinen weiteren Surfplaenen einen Strich durch die Rechnung, indem sie ihm die Schulter auskugelte. Damit ist Surfen erst einmal gestrichen und waehrend ich hier noch ein bisschen weiter in Flipflops durch die Gegend laufe, macht sich Paul jetzt auf den Weg nach Auckland, um seinen Cousin zu besuchen und ein bisschen richtige Stadtluft zu schnuppern. In zwei Wochen machen wir uns dann wieder zusammen daran, auf Entdeckungstour zu gehen. Am Samstag mache ich mich mit Lisa und Liz aus den Niederlanden (ja, die haben wir hier auch wiedergetroffen, Neuseeland ist echt klein...) auf den Weg nach Rotorua - und bis dahin ist "Raglan Time" angesagt, der allgemeine Begriff fuer die hiesige Lebensweise. Flipflops an die Macht!

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