Sonntag, 5. Oktober 2008

Hach, Kinnings, was geht's uns gut!

... wuerde meine liebe Mama zumindest an jeder zweiten Bucht hier aufseufzen. So viele schoene Plaetze, ein jeder schoener als der andere und hinter jeder Kurve auf den hiesigen Serpentinenstrassen wartet ein neues Stueckchen Paradies. Donnerstag ging es endlich los, nach ein paar Besorgungen wollten wir uns endlich auf den Weg nach Russell machen, das war der Plan, doch wie wir schon festgestellt haben: Das Entscheidende ist: Wir HATTEN einen Plan, nicht dass man ihn auch so wie zuvor beabsichtigt zuende fuehrt. Der Plan war, dass wir mit Lisa, unserer supernetten oesterreichischen Couchsurfing-Bekanntschaft einkaufen fahren wollten und danach Pauls Ipod von Ben abholen wollten. Die Ausfuehrung sah dann so aus, dass wir nach einem kurzen Einkauf Ben plus Ipod mehr oder weniger gekidnapped und mit ihm und zwei weiteren Leuten zur wunderschoenen Matapouri Bay gefahren sind. Nach einem entspannten Bierchen gings dann barfuss auf Klettertour zur nahen Whale Bay, was sich als aufregende Abenteuertour entpuppte! Nachdem wir gluecklich und mit ausreichend Adrenalin versorgt zurueckgekehrt waren, fuhren wir mit den anderen zur nahen Sandy Bay, wo wir uns am Strand gemuetlich ans Lagerfeuer chillten. Die anderen beiden fuhren noch in der Nacht zurueck, waehrend Ben sich kurzentschlossen uns anschloss, um seinen kurzen Urlaub nochmal fuer eine Runde Campen zu nutzen. So machten wir uns am naechsten Morgen auf, die anderen vier Couchsurfer in Russell einzuholen, verbrachten noch einen halben Tag in Helena's Bay (noch so eine wunderschoene Bucht mit Wasser in allen Farbschattierungen von gruen ueber tuerkis und blau bis schwarz, umrahmt von Felsen und Bergen), wo wir uns am Strand sonnten (im Bikini wohlgemerkt) und unser Abendessen in Form von Muscheln fingen. Irgendwann rissen wir uns dann los und fuhren an der Kueste entlang eine wunderbar kurvige Strasse weiter gen Russell, durch dessen romantisch vereinsamte Hausansammlung wir kurz schlenderten. Russell ist naemlich eigentlich nichts weiter als ein kleines Dorf, auch wenn das hier dann schon Stadt heisst, und auch nur so bekannt, weil es Neuseelands erste Hauptstadt war. Zum Schlafen suchten wir uns dann wieder ein schoenes Plaetzchen in der Einoede und campten schliesslich an einem Strand in der Te Uenga Bay, eine Bucht, die so klein ist, dass ich sie nicht mal mehr auf der Karte wiederfinde... Paul und Ben kochten eine wundervolle Paella, die Lisa und ich sogar als Vegetarier uns dann doch nicht entgehen lassen konnten. Danach sassen wir bei einem weiteren Lagerfeuer am Strand, das Holz hatte uns netterweise schon irgendwer zusammengesammelt, ein Flaeschchen feinsten Vinos - und der Abend war perfekt. Fucking amazing awesome, sozusagen. Geweckt wurden wir am morgen von hyperaktiven Tauchern, die sich per Boot auf zu den Poor Knights Islands machten und nach einem erfrischenden Bad im Suedpazifischen Ozean machten wir uns auf den Weg - ja, wohin? Kommt ihr nie drauf! Kawakawa waere normalerweise nur ein haessliches, kleines Kaff am Highway Number One, das man hoechstens fuer einen Tankstopp aufsuchen wuerde - wenn, ja wenn, das kleine Woertchen "wenn" nicht waer! Wenn dieser winzige Ort am anderen Ende der Welt nicht Standort eines oeffentlichen Klos, eigenhaendig kreiert von einem Herrn namens Hundertwasser waere. Soviel zu der einzigen Sehenswuerdigkeit Kawakawas! Nach einem Kaffee beschlossen wir, dass es hoechste Zeit fuer eine Dusche, oder noch besser, ein heisses Bad wuerde und machten uns prompt zu den nicht fernen Ngawha Springs auf, heisse Quellen, die nur ueber eine mehrere Kilometer lange Schotterstrasse zu erreichen sind. Eine Dusche gabs da allerdings nicht, weshalb ein leichter Geruch nach Schwefel nicht so ganz zu vermeiden war - die faulen Eier begleiteten uns auch noch bis zum naechsten Tag. Die Nacht verbrachten wir nahe eines Aussichtspunkts auf die herrlichen Sandduenen des Hokianga Harbours, riesige Sandwehen aus feinstem weissen Sand, die direkt bis zum Meer herunterreichen. Nach einem wundervollen Sonnenuntergang ging der Abend mit einem Sit-in zu viert in unserem Van zuende. Verdammt, Leute, wir leben und wir leben extremst gut hier! Heute gings dann nach einem Schlemmerfruehstueck direkt unter die Dusche - naemlich zu einem Wasserfall unter dessen eiskalte Wassermassen wir uns stuerzten, mitten im Dschungel, mit nichts als gruenbemoosten Steinen und Baeumen um uns herum. Danach setzten wir mit der Faehre ueber auf die andere Seite des Hokianga Harbours, wo wir Ben am Highway One absetzten, damit er per Hitching rechtzeitig wieder nach Hause kommt. Dann fuhren wir weiter gen Norden, wo wir hier in Waipapakauri Beach am Ninety Mile Beach wieder auf Sara und Rieke trafen und uns bei Mark (aeh ja, dem Bruder einer Freundin von Stu, unserem letzten Host, Connections sind alles...) einnisteten. Der Strand ist phaenomenal, knapp 90 km Strandkueste bis zum Horizont, nichts als Wasser auf der einen und Steilkueste auf der anderen Seite! Morgen werden wir ihn weitererkunden, man kann ihn naemlich sogar befahren! Und bis dahin - lassen wir es uns einfach weiter so gut gehen!

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