Montag, 17. November 2008

Traveln und Worken

... oder lieber worken und traveln? Was zuerst? Traveln natuerlich, also kommt hier erstmal die Fortsetzung von unserer Coromandel Tour!

Nach der einen Nacht im Holiday Park in Coromandel Town gings am naechsten Morgen mit frisch aufgeladenen Ipods, Handys, Kameras und frisch gewaschener Waesche weiter gen Norden, in die totale Einoede. Die Menschen, die hier noch leben, fahren gut und gerne mal zwei Stunden zum naechsten Laden, der dann vielleicht gerade mal der modernen Variante eines winzigen Tante-Emma-Laden aehnelt, von einem Supermarkt kann zumindest keine Rede sein. Der ist dann nochmal zwei Stunden entfernt. Mein kleiner Van quaelte sich tapfer die sehr, sehr kurvigen und steilen Schotterstrassen hoch und wieder runter, die teilweise so ausgewaschen waren, dass sie mit ihren tiefen Rinnen und Loechern eher an ein Flussbett erinnern. Kraeftig durchgeschuettelt erreichten wir schliesslich die Stony Bay, die, welch ein Wunder, primaer aus einer Bucht mit vielen, vielen groesseren, kleineren und ganz kleinen Steinen bestand. Das Areal drumherum sollte eigentlich ein Campingplatz sein, war aber temporaer von einer nicht zu unterschaetzenden Anzahl von Schafen belegt - und hungrigen Enten, die uns glatt etwas von unserem Lunch abluchsen wollten. Hier packten wir unsere Siebensachen, inklusive Zelt, Schlafsack und Isomatte und machten uns auf den Weg, genauer gesagt ueber den Coromandel Coastal Walkway auf zur Fletcher Bay. Der Weg fuehrte mitten durch den neuseelaendischen Dschungel, durch Palmen und meterhohe Farne, vorbei an allen Gruentoenen, die die Farbpalette hergibt, ueber grosse Rinnsale und kleine Baeche und dazu kraeftig hoch und runter. Irgendwann lichtete sich der Urwald und wir stapften den Rest der Zeit erst ueber Kuh- und dann ueber Schafwiesen, und ueber die dazugehoerigen gruenen Huegel. Mannomann, Neuseeland-Kulisse pur!

Entlang dieser Kueste fuehrte der Wanderweg


In der Fletcher Bay stiessen wir dann mehr oder weniger wieder auf Zivilisation, auf jeden Fall waren auf dem dortigen Zeltplatz noch ein paar mehr Leute. Wir schlugen unser Zelt auf, mampften unsere Fertignudeln und fluechteten uns anschliessend vor dem penetranten Nieselregen in unser Zelt, dass - obwohl es in einer Mulde stand, ueber die es geteilte Meinung gab, ob es denn eine Mulde sei - gluecklicherweise nicht volllief. Am naechsten Morgen wanderten wir dann frisch und ausgeruht die gleiche Strecke zurueck.

Anschliessend fuhren wir weiter in Richtung Thames, der groessten, wenn auch nicht besonders spannenden Stadt in Coromandel und parkten kurz vor dem Stadtrand in einer Bucht, huestel, wo es eigentlich verboten war zu uebernachten... nun ja. Felix brachte mir im Sonnenuntergang bei, Poi zu spielen, was soviel Spass machte, dass ich gleich beschloss mir auch Pois zu basteln. Pois sind uebrigens je ein Ball mir einer Schnur, die man dann nach Hernzenslust mehr oder weniger gekonnt in bestimmten Mustern um sich herum wirbeln kann.

Thames' Stadtzentrum

Am naechsten Tag gings nach einer kleinen Stadtrundtour weiter in den Coromandel Forest Park, wo wir eigentlich urspruenglich eine weitere mehrtaegige Wanderung einlegen wollten - die ist dann aber meinen Blasen an den Fuessen zum Opfer gefallen, ruckediguh, Blut war im Schuh. Da sprach sogar die Apothekerin von "severe". Also relaxten wir stattdessen in der Sonne, badeten im Swimming Hole im Fluss gleich nebenan und legten am naechsten Morgen noch zwei kuerzere Wanderungen zu zwei Aussichtspunkten, von denen man das ganze Tal mit der beruehmten (naja fast) Huegelkette namens Pinnacles und den Table Mountain sehen konnte. Am Nachmittag setzte ich dann schweren Herzens Felix in Thames ab, er wollte weiter nach Auckland und fuhr dann mit einem Abstecher nach Paeroa zurueck nach Mount Maunganui.

Aussicht auf den Table Mountain

Spannende Haengebruecke - immer nur einer zur Zeit, sonst stuerzt sie ein...

Paeroa ist der Geburtsort des hiesigen, ja man kann es fast schon als Nationalgetraenk bezeichnen, ein Softdrink namens Lemon and Paeroa oder kurz L&P. Schmeckt superlecker und ist laut firmeneigener Aussage "worldfamous in New Zealand". Zuerst hatte ich mich immer gefragt, was denn Paeroa jetzt schon wieder fuer eine exotische Frucht ist, aber siehe da, alles klaert sich nach einer Weile... im ganzen Ort liegt man dem Getraenk zu Fuessen, die halbe Stadt ist im L&P-Design gestaltet und an beiden Ortsenden stehen zwei grosse L&P-Flaschen. Die eine musste ich natuerlich gleich fotografieren und anschliessend das nur dort zu bekommende L&P-Eis probieren... mmh!


Nun sitze ich hier wieder in Mount Maunganui und bin wieder am Kiwipacken, obwohl - ohoo, heute musste ich nicht Kiwis packen sondern durfte Aufkleber auf die Kisten kleben, eine aeusserst spannende und abwechslungsreiche Taetigkeit! Nun ja, nach dem Traveln kommt wohl oder uebel wieder das Worken - aber das naechste Traveln kommt bestimmt!

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