Sonntag, 14. Dezember 2008

Todesmutig

"Alter Schwede, war das cool!" - das war so ungefaehr das erste, was ich von mir gegeben habe, als ich wieder festen Boden unter den Fuessen hatte. Ich bin naemlich kurzzeitig aufgrund einer leicht verrueckten Idee, die mir irgendwann in den letzten Tagen durch den Kopf geschossen ist, unter die flugfaehigen Lebewesen gegangen. Und es uebrigens heil ueberstanden!


Genauer: Ich hab mich in einer Hoehe von 15.000 ft aus einem Flugzeug gestuerzt, 60 sekunden auf den Lake Taupo zugestuerzt, mit einer wahnsinnigen Aussicht auf die umliegenden Feld-, Wald- und Wiesengebiete und ein paar Bergen im Hintergrund. Dann oeffnete mein Mitflieger, es war naemlich ein Tandemfallschirmsprung, den Fallschirm und wir segelten die restlichen Meter in Spiralen gen Erdboden. Eine unglaubliche Erfahrung, ein Gefuehl, das wahrscheinlich mit kaum etwas auf der Welt zu vergleichen ist! Sich freiwillig so der Erdanziehungskraft auszusetzen und mit einer affenartigen Geschwindigkeit auf die Erde zusausend - ja, ein bisschen verrueckt muss man wahrschnlich schon sein, aber warum eigentlich nicht? In Neuseeland ist alles moeglich! Hier rankt sich um das Fallschirmspringen ein ganzer Industriezweig und man kann sich sein einzigartiges persoenliches Exklusivpaket bestellen, auch wenn ich mit der relativ grundlegenden Variante vorlieb genommen habe und die $150-DVD nicht mitbestellt habe... daher muesst ihr mit einem Foto vom Boden aus vorlieb nehmen.


Vorher hatte ich schon ziemliches Nervenflattern, man waere ja auch bescheuert, wenn nicht, um in der Hoehe voellig gleichgueltig aus einem Flugzeug zu springen, muesste man schon ziemlich krank sein! Den restlichen Tag bin ich dafuer mit einem Grinsen rumgerannt, das mindestens von einem Ohr bis zum anderen reichte und hab den koerpereigenen Drogenrausch genossen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von dem eigentlichen Freefall nur noch Momentaufnahmen im Kopf habe und mich im Grossen und Ganzen an wenig erinnern kann, mein Gehrin schien mit der Situation doch ein wenig ueberfordert gewesen zu sein... mein Instructor versicherte mir aber, dass das besser werden wuerde, wenn man es oefter machen wuerde - also weiss ich ja, was ich zu tun habe, um das zu aendern ;-)


Gestern habe ich mich mit Felix auf den Weg von Mount Maunganui nach Taupo gemacht, um zumindest noch fuer eine Woche ein bisschen reisen zu koennen, bevor ich dann zurueck nach Auckland fahre, um meine Familie einzusammeln. Nach einer Nacht am Lake Taupo und meiner morgendlichen Extremsporteinlage sind wir dann weiter nach Napier gefahren, wo wir jetzt die Nacht bei Felix' Onkel verbringen werden und ich mich morgen auf den Weg ums East Cape machen werde, waehrend Felix hier bleibt. Napier ist eine wirklich suesse Stadt, mit einem gemuetlichem STadtzentrum, in dem es eine doch nicht zu unterschaetzende Anzahl an Art Deco Gebaeuden gibt, auf die die Stadt auch sehr stolz ist.

Auf dem Weg zwischen unserem nachmittaeglichen Strandausflug und Napier hatten wir dann noch einen weniger wundervollen Zwischenfall: Ein Jugendlicher versuchte uns in einer Kurve am Berg zu ueberholen, ist an dem Vorhaben verstaendlicherweise gescheitert, da es so ziemlich die bloedeste Stelle ueberhaupt zum Ueberholen war, und landete dann zu unserer Rechten erst im Zaun und dann im Graben. Ein Glueck ist niemandem etwas passiert, ausser dem Auto des Ueberholers, dessen eine Seite gut eingebeult war. Netterweise hat er dann auch noch versucht, die Schuld auf uns abzuwaelzen, von wegen wir haetten ihn von der Strasse gedraengt und dann Fahrerflucht begangen... hallo?!? Gott sei Dank war unsere Schilderung aus Sicht der Polizei dann aber doch glaubwuerdiger als seine, was uns vor weiteren Unannehmlichkeiten gerettet hat - was fuer ein Schock!

Nun freu ich mich ja fast schon auf hoffentlich etwas entspanntere Reisetage am East Cape, war doch ein bisschen viel Action fuer einen Tag, auch wenn man sich an einen morgendlichen Skydive gut gewoehnen kann! :-)


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