Freitag, 12. Dezember 2008

Vom Alltagsleben und Feiertagen

Hallo, Ihr Lieben! Zu allererst einmal vielen, vielen Dank fuer die zahlreichen Glueckwuensche zu meinem Geburtstag, ich war von einer derartigen Email- und Nachrichtenflut ziemlich ueberwaeltigt! Mein Emailpostfach uebrigens auch, es ist voellig ueberfordert und haengt sich staendig auf... Danke, danke, danke! Tja, mit 20 fuehlt man sich nicht wirklich anders als mit 19 - es ist doch jedes Jahr wieder erstaunlich, dass doch nicht die grosse Erleuchtung kommt oder eine anderweitig einschneidende Veraenderung! Meinen Geburtstag habe ich im eher kleinen Kreis feiernd puenktlich um 0 Uhr nachts mit einem Glaeschen Schlammbowle in der Hand begruesst, bzw. stilecht mit einem Becher, Glaeser gibt es in der Wohnung naemlich nicht. Zu ca. acht haben wir dann ein argentinisches Kartenspiel namens "Schwein" gespielt und das Schwein, in diesem Fall der Verlierer des Spiels, "durfte" mich dann anschliessend im hautengen Superman-Kostuem eine Runde durch die Wohnung tragen... ui, wann wird man schon mal von Superman auf Haenden getragen?! Liz und Kathi haben dann noch fleissig gebastelt und so rankte sich eine fein saeuberlich ausgeschnittene Geburtstagsgirlande quer durchs Wohnzimmer, in der sich in den kommenden zwei Tagen jeder mindestens zehnmal beinahe aufgehaengt hat... Am naechsten Morgen wurde ich dann im Halbstunden-Takt aus dem Bett geklingelt und mich ueber Glueckwuensche vom anderen Ende der Welt freuen - auch wenn es dort noch gar nicht mein Geburtstag war! Ja, die Zeitverschiebung bringt schon faszinierende Sachen fertig! Den Rest des Tages wollte ich dann ja eigentlich am Strand verbringen und die Tatsache ausnutzen, zumindest einmal in meinem Leben im Sommer und in Strandnaehe Geburtstag zu haben, leider war das Wetter aber nicht so richtig toll, daher bin ich mit Felix zum Shopping Center gelaufen und wir haben in die neuseelaendische Musikszene hineingeschnuppert und uns mit CDs eingedeckt. Da ich am Tag zuvor schon am Strand in der Sonne gebraten hatte (also quasi vorgefeiert), war es nicht die schlechteste Wahl den Tag mit Stoebern und Kaffeetrinken zu verbringen!

Der Mount von Mount Maunganui vom Strand aus gesehen

Die Stadt vom Berg aus

Soviel zu den Feiertagen... ansonsten geht hier das Alltagsleben so seinen Lauf. Die Woche ueber arbeite ich kraeftig, auch wenn es inzwischen nicht mehr ganz so horrende Arbeitszeiten sind. Nach den Neuseeland-Fotoalben sind wir jetzt bei sehr fuerchterlich kitschigen Hochzeitsfotoalben angekommen - ich hab versucht meinem Mitarbeiter das Wort "Kitsch" zu erklaeren, aber er hat nicht nachvollziehen koennen, was daran negativ ist... Zum grossen Unglueck sind die Alben auch noch mit allerlei Glitzersteinchen verziert, die staendig abfallen und dann mit viel Friemelarbeit wieder angeklebt werden duerfen. Die Arbeitsatmosphaere ist sehr nett und ruhig, bin die einzige Backpackerin dort und werde etwas als Exotin betrachtet. Ausser mir arbeiten dort noch ein aelteres Ehepaar, die anscheinend keine Ahnung haben, mit was sie ihren Rentneralltag fuellen sollen, ausser mit Angeln gehen. Also kommen sie immer vorbei und arbeiten ein bisschen ohne Bezahlung, wenn das Wetter zum Angeln zu schlecht, zu gut, zu windig, oder so ist. Dann gibts da noch meinen Vorgesetzten, der (!) heisst Ashley und ist ein Jahr juenger als ich, was zur Folge hat, dass es ihm furchtbar unangenehm ist, mir zu sagen, was ich tun soll und alle 5 Minuten ankommt und fragt, ob es denn wirklich okay ist fuer mich, das zu tun, was mir aufgetragen wurde. Grins, bei 16 Dollar die Stunde stoert es mich nun wirklich kein bisschen, den verdammten Container auszuraeumen... Und dann hilft noch ab und zu der Neffe vom Chef aus, der ist 15 und mag Gabelstaplerfahren, auf jeden Fall faehrt er viel lieber Gabelstapler und raeumt Paletten hin und her, die eigentlich schon ganz richtig lagen, als Kisten durch die Gegend zu tragen. Das darf ich dann also machen, mit den immer laenger werdenden Armen.

Das Wochenende ist dann die Chance mal was anderes als Fotoalben und mein Bett zu sehen, irgendwo wird immer gefeiert und Tauranga hat durchaus auch so etwas wie Nachtleben zu bieten. Wenn auch nicht in europaeischer Qualitaet, Musikvielfalt ist doch noch eher ein Fremdwort und das Publikum ist auch eher gewoehnungsbeduerftig: Aufgestylt bis zum Geht-nicht-mehr, die Maedels allesamt in kurzen Kleidchen, so dass man in Hose schon echt auffaellt. Insgesamt keine besonders angenehm entspannte Atmosphaere, aber immerhin ueberhaupt was los! Im Vergleich zu anderen neuseelaendischen Staedten tobt hier ja echt der Baer!

Abenddaemmerung vom Mount aus betrachtet


Ich poste euch mal ein paar Bilder von Mount Maunganui, damit ihr seht wo ich mich rumtreibe ;-) Ohhh, und der Tag rueckt immer naeher, an dem ich meine liebe Familie in Auckland in die Arme schliessen kann!!

Die Blueten des Pohuhukawa-Baums, quasi der neuseelaendische Weihnachtsbaum, zumindest blueht er immer zur Weihnachtszeit


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