Freitag, 17. April 2009

I believe I can fly...

Ich habe es getan! Ich habe es wirklich getan. Wieder einmal unter die mehr oder weniger flugfaehigen Wesen gewagt und das gemacht, was in Queenstown alle frueher oder spaeter machen: Sich aus unglaublichen Hoehen in die Tiefe stuerzen, mit nichts als einem Gummiseil um die Fuesse. Hier wurde das Bungyspringen erfunden oder zumindest das erste Mal kommerziell betrieben und abgestuerzt ist noch niemand - dem Flugtraining stand also zumindest kein vernuenftiger Grund entgegen. Lucy und ich fassten uns ein Herz und meldeten uns fuer den aeltesten Bungysprung der Welt an, ein Huepfer von einer alten Bruecke in Richtung Fluss, der sich 43m weiter unten durch das Tal schlaengelte. Bis zur Bruecke waren wir noch relativ entspannt, aber beim Blick nach unten rutschte uns das Herz doch etwas in die Hose. Holy shit, das ist doch, aeh, relativ tief! Um nicht zu sagen, verdammt tief! Die Zehen um die Kante geklammert, puh, durchatmen, geradeaus, nicht nach unten gucken. Tief Luft holen, Arme ausbreiten, Hirn ausschalten - und fallenlassen oder Hechtsprung nach vorne oder wie auch immer. Der Kopf meldet, Jule, du faellst und zwar ziemlich fix! Dann kommt der Schuss Adrenalin und dann faengt das Seil schon und ich schwinge auf und ab und hin und her. Ein jodelndes "Juuuuchuuuuuuu" fuellt die Schlucht und ich kichere daemlich vor mich hin. Situationsueberfordert nennt man das, glaube ich. Langsam werde ich runtergelassen und unten mit Schlauchboot aufgesammelt - nicht einen Tropfen Wasser abbekommen, obwohl ich doch eigentlich zumindest einmal mit den Haenden eintunken wollte. Hui, die Knie ein bisschen wackelig, alles etwas fahrig, das wars schon, so schnell, das mein Kopf immer noch nicht begriffen hat, was gerade passiert ist. Weil es so schoen war, wollten wir noch die groesste Schaukel der Welt testen und an einer 120m langen Leine durch den Canyon schaukeln, aber leider gab ein paar technische Probleme (sehr beruhigend...) und es war zu windig. So sind wir dann heute morgen nochmal rausgefahren um Kindertraeume wahr werden zu lassen. Es war laengst nicht so gruselig wie das Bungyjumping und hatte eher etwas von den Seilbahnen, die manchmal auf Kinderspielplaetzen rumstehen - bloss eben in gross! Inzwischen adrenalinerprobt probierten wir natuerlich die interessanteste Variante, kopfueber vorwaerts, und Lucy, das Glueckskind (freie Uebersetzung: Lucky Bastard!) kam sogar in den Genuss einer weiteren Schaukeleinheit, nachdem die Kamera beim ersten mal nicht funktioniert hatte. Gemein! ;-)


Inzwischen verstehe ich, warum alle Queenstown so lieben, es ist eine kleine suesse aber sehr lebendige Stadt, gelegen am wunderschoenen Lake Wakatipu. Trotz nur 8500 Einwohnern ist hier immer was los und das Nachtleben ist fuer neuseelaendische Verhaeltnisse legendaer. Sogar unter der Woche was los! Nach einer ganzen Weile fernab von Zivilisation und Menschenmassen war Queenstown schon fast etwas wie ein Kulturschock fuer uns, inzwischen haben wir aber schon etwas den recht populaeren Trendsport "Barhopping" mit zufriedenstellenden Ergebnissen erprobt und uns - wie alle anderen - in Neuseelands Adrenalinhauptstadt verliebt!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

KRASS DU BIST GESPRUNGEN! LG PiA