Samstag, 24. Januar 2009

20.000 Fische unter dem Meer

Blubb, blubb, blubb steigen meine Luftblasen in Richtung Oberflaeche. Ansonsten ist es ganz still, nur das leise Zischen und Blubbern der anderen ist zu hoeren. Von links kommt ein rotweiss gestreifter Fisch angeschwommen, guckt sich mit grossen Augen die Schule Menschenkinder an, die sich langsam ihren Weg durch den Algenwald bahnt und dreht dann kurz vor Konfrontationskurs entschlossen wieder um. Ein dicker, fetter Snapper zieht mutig ueber uns seine Kreise und gerade noch in Sichtweite gleitet ein Stachelrochen elegant durchs Wasser, die Fluegel schwingend als wuerde er fliegen. Wasserpflanzen schwingen im Rhythmus der Wellen hin und her, waehrend einer der Taucher auf einmal immer weiter aufsteigt und verzweifelt versucht sich zu entspannen, um wieder abzusinken. Funktioniert natuerlich nicht und so taucht, blop, sein Kopf auf und er ist zurueck dort, wo es Luft im Ueberfluss gibt.

Ja, wo tauchen sie denn?!

Tauchen ist still, toll und wundervoll, das steht nach der Woche Tauchkurs eindeutig fest. Getreu dem Motto des Kurses "Meet people. Go places. Do things" traf ich 11 andere Taucher in ziemlich internationaler Zusammenstellung, befand mich in Tutukaka in der Naehe von Whangarei und tat etwas, wovon ich bisher nur getraeumt hab: Mich unter Wasser wie ein Fisch bewegen. Der Kurs begann etwas trocken mit einer gehoerigen Ladung Theorie, anschaulich verpackt in Videos und Bildbeispiele. Ein kurzer Besuch beim Onkel Doktor, der sich als Ex-Deutscher entpuppte und sichtlich Spass dran hatte, eine kerngesunde Person auf Deutsch doppelt so lange ueber alle moeglichen und unmoeglichen Gefahren des Tauchens aufzuklaeren, wie die ehemalige Asthmatikerin auf Englisch. Ein Stempel, Unterschrift und dem Herumspaddeln im Pool stand nichts mehr im Weg. Im anderthalb Meter tiefen Pool war die Gefahr des Ertrinkens naemlich besonders hoch, d.h. wer nicht kerngesund ist, darf sich gar nicht erst in dieser Badewanne vergnuegen. Fuer den Fall, dass doch irgendwas unvorhergesehenes passiert, uebten wir, wie man Wasser aus der Maske kriegt, was passiert, wenn man sein Mundstueck verliert usw. Am naechsten Tag folgte nochmal eine Ladung Theorie und der Kopf fing schon fast an zu rauchen, bevor er sein Wissen in die Final Exams verfrachten durfte und jetzt wieder die uebliche Leere herrscht. Und dann am naechsten Tag ging es endlich los zu den Poor Knights Islands, einem Naturschutzgebiet einige Kilometer vor der Kueste von Tutukaka, das zu den Top Ten World Spots fuer Tauchen zaehlt und die schoensten Tauchgruende von Neuseeland aufweist.

Die wunderschoenen Poor Knights Islands

Bei schoenstem Wetter machten wir im klaren blauen Wasser die gleichen Uebungen wie im Swimming Pool nochmal und cruisten anschliessend etwas durch die Gegend und befreundeten uns mit der Fischpopulation. Inzwischen war die Gruppe sehr zusammengewachsen und man sass dann auch oft abends noch bei einem Bierchen zusammen und faselte ueber Lebensphilosophien und weitere Tauchplaene. Und weil es so schoen war, machten wir am naechsten Tag das gleiche nochmal. Nun bin ich zertifizierter Open Water Taucher und schon am ueberlegen, wo ich denn als naechstes tauchen gehe. Traeum. In irgendeinem vorherigen Leben muss ich ja doch irgendwie mal ein Fisch gewesen sein!

Tam, unsere Tauchlehrerin, und Anouchka bei den letzten Vorbereitungen vorm Tauchen

Teil der Tauchcrew: Sivan, Sam, Chris und Andres

Keine Kommentare: