Donnerstag, 1. Januar 2009

... and a happy New Year!

Englischer als Englisch: Christchurch

Ein frohes neues Jahr euch allen! Hier ist das neue Jahr jetzt schon mehr oder weniger 15 Stunden alt, bei euch erst drei, es macht sich aber ganz gut bisher! Silvester haben wir in Christchurch gefeiert, der meines Wissens groessten Stadt auf der Suedinsel, jaa, inzwischen sind wir naemlich auf der Suedinsel angekommen!! Ich hatte ja immer schon gedacht, dass die Nordinsel unglaublich schoen ist, aber die Suedinsel ist noch viel, viel schoener, falls das ueberhaupt moeglich ist. Dass mir das so vorkommt, kann natuerlich auch daran liegen, dass endlich strahlender Sonnenschein den auf der Nordinsel ansaessigen Regen verdraengt hat, aber ich wuerde ja nie zugeben, dass sich Eindruecke so vom Wetter beeinflussen lassen... aehaem. Aus irgendwelchen Gruenden, die mir auch noch nicht so richtig klar sind, ist es hier auch deutlich waermer als im Norden, was eigentlich voellig unlogisch ist, da es ja auf der Suedhalbkugel gen Sueden kaelter werden sollte... weiss der Himmel, auf jeden Fall ists hier sonnig und mollig warm, der Himmel strahlend blau, das Meer auch, wenn es nicht gerade ins karibikgruen tendiert, im Hintergrund sieht man fast immer irgendwelche Berge der neuseelaendischen Alpen, der Gipfel oft noch mit Schnee bedeckt sind. Traumhaft.
Silvester im Warmen war etwas ungewohnt, ist jedoch sehr viel weniger gewoehnungsbeduerftig als Weihnachten im Warmen. Und auch sehr viel praktischer, wenn man sich zur Abwechslung mal nicht den Hintern abfriert beim Knallen. Diesen Vorteil nutzen die Neuseelaender allerdings kaum aus, hier knallte und boellerte eigentlich niemand, vielmehr starrten alle fasziniert gen Himmel als um Punkt 12 ein grosses Feuerwerk startete. In der Mitte der Stadt war eine Konzertbuehne aufgebaut, die nicht nur fuer uns, sondern auch fuer viele andere Touris und Einheimische Anlaufstelle war. Die Musik, ein Gemisch aus Rock, Pop und Oldies, liess mich und Nikola die Augen verdrehen, brachte aber unsere Eltern zum vergnuegten Mitschunkeln, sorry, Tanzen natuerlich.

Als Neujahrsueberraschung gingen wir dann heute alle zusammen mit Delfinen planschen, die hier in der Bucht gerne ihre Kreise ziehen. Nun bin ich zertifizierter Delfinschwimmer (ja, mit Urkunde) und die Delfine waren auch nicht irgendwelche dahergelaufenen Streuner sondern waschechte Hector-Delfine, die kleinsten und laut unserer Fuehrerin auch tollsten Delfine dieses Planeten. Auf unsere rueckblickend etwas primitiven Bemuehungen sie auf uns aufmerksam zu machen (mit dem Schnorchel ins Wasser blubbern, komische Quietschgeraeusche von sich geben und mit kleinen Steinchen auf einander schlagen) reagierten sie netterweise hoeflich interessiert und schwammen in Bahnen um uns herum - wobei sie uns wahrscheinlich ausgelacht haben, glauben wir denn wirklich, die intelligentesten Saeugetiere dieses Planeten wuerden sich von Steinchen und Blubberblasen beeindrucken lassen?! Die menschlichen Wesen, die derweil unbeholfen im Wasser rumplanschten, waren umso mehr beeindruckt von diesen faszinierenden Geschoepfen und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als zwei der Delfine sich zum Abschied auf den Ruecken legten und mit der Schwanzflosse adieu winkten.

Bevor wir auf die Suedinsel kamen, haben wir aber noch den Tongariro Crossing auf der Nordinsel gemacht, die beruehmteste Eintageswanderung Neuseelands. Sie fuehrt zwischen dem Mount Ruapehu und dem Mount Ngaurohoe (viel Spass beim Aussprechen) hindurch durch hochalpines Gelaende, dessen Vulkanaktivitaet auch nicht zu unterschaetzen ist. Der Mount Ngaurohoe ist uebrigens der Schicksalsberg aus dem "Herrn der Ringe" und dementsprechend fuehl;ten wir uns dann auch wie kleine Hobbits, die am Fusse des Berges erschoepft durch riesige Vulkanfelder krabbelten und zu einer ganzen Reihe von Kratern und Kraterseen den Berg hochkletterten.
Vergnuegte kleine und grosse Hobbits auf dem Weg zum Schicksalsberg
Nicht umsonst heisst das Ding auch Tageswanderung, man ist wirklich den ganzen Tag beschaeftigt und braucht je nach Pausenanzahl und -laenge und Geschwindigkeit und Kondition um die 8 Stunden um von der einen Seite des Passes auf die andere zu kommen. Ausser uns hatten noch eine ganze Menge anderer Touristen die gleiche Idee, so dass die Wanderung streckenweise dem Auszug der Kinder Israels aehnelte, wenn sich zum Beispiel eine Menschenschlange ueber das riesige Plateau des South Craters erstreckte. Irgendworan muss der Beruehmtheitsgrad ja aber gemessen werden und in diesem Fall scheint es die Anzahl der Wanderer gewesen zu sein.
Ab und zu begegnete man Menschen, die sich das ganze wohl etwas weniger anstrengend vorgestellt hatten, so stoehnte eine etwas beleibtere Frau mit hochrotem Kopf "This was all my idea...", als wir sie ueberholten. Aber es hat sich doch gelohnt, die atemberaubenden Aussichten auf die hellblau schimmernen Kraterseen und rot und gelb angehauchtes Vulkangestein war die Blasen an meinen Fuessen durchaus wert!

Red Crater
Aussicht auf einen der Crater Lakes

Alles Liebe und Gute und geniesst das Neue Jahr, auf dass alle eure Wuensche in Erfuellung gehen moegen! :-) Liebe Gruesse!

Hier gibt's noch einen kleinen Einblick wie es auf steilen Teilstuecken des Tongariro Crossings so abgeht - Nikola erfindet Freestyle Skiing auf Chucks - die Kamerafrau sitzt ploetzlich im Sand - und diejenige, die mich deshalb auslacht, kurz darauf auch...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hey juliana,
anscheinend stimmst du mit Douglas Adams überein, was die Sichtweise auf die relative Intelligenz zwischen Delfinen und Menschen betrifft.
Oder zählst du unsere(deine?) Spezies etwa nicht zu den Säugetieren?
Wünsche dir ein schönes neues(ach, echt?!?) Blablabblub...
(welcher Klugscheißer Hinterlässt denn solche Kommentare ;)

Anonym hat gesagt…

Juche Sie,
jetzt hatte ich mir schon so einen schönen Spruch zum Thema Delfine und Intelligenz überlegt, will einen Kommentar schreiben und muss erfahren, dass schon etwas dazu gesagt wurde. Tja. Dein Reisebericht ist beim Lesen aber wie eh und je ein Anlass zur Freude (besonders im Kontrast zu den News, die uns so von den anderen Leuten an den Enden der Welt erreichen...). Liebe Grüße, bis demnächst,
der Felix