Donnerstag, 28. Mai 2009

Bye bye New Zealand...

... and hello Hong Kong! Hier kommt nun der allerletzte Post aus Neuseeland, also geniesst ihn! Ach, was waren die letzten Tage chaotisch, ich kam mir glatt vor wie der Manager meines eigenen Reisebueros. Soviel zu organisieren, meinen halben Rucksackinhalt verschicken, Konto aufloesen, Shuttle herbeirufen, Mitbringsel besorgen, Fluege bestaetigen, Hostel buchen, mich von vielen Reisebekanntschaften und inzwischen lieb gewonnenen Freunden verabschieden und bekomme ich eigentlich vielleicht noch Steuern wieder? Nein? Na, das waer ja auch zu schoen, um wahr zu sein.
Schweren Herzens habe ich mich von Linda, Simon, der kleinen Beckie und meinen Arbeitskollegen auf der Farm, Marlieke und Emma, John und allem was auf der Farm sonst noch so kreuchte und fleuchte, verabschiedet und alles, was ein Fell und vier Pfoten oder Hufe hat, kraeftig geknuddelt. Als ich Tallimi, meiner leicht betagten Hundefreundin, das letzte mal durchs Fell fuhr, meinte John mitfuehlenderweise: "Ja, knuddel sie nur, die ist nicht mehr da, wenn du wiederkommst!", was die ganze Abschiedszeremonie nicht unbedingt angenehmer machte. Bevor wir allzu viele Traenen vergiessen konnten, machte ich mich vom Acker, bzw. wurde von Sue, der Nachbarin, eingesammelt. Sie wollte ohnehin nach Christchurch und hat mich netterweise mitgenommen. Ein letztes mal ging es durch gruene Huegel und Schafwiesen, links das Meer mit tosender Brandung, von rechts die sich langsam senkende Sonne, die alles Land in ein sanftes goldenes Licht huellte. Fast scheint es, als wollte sich Neuseeland von mir verabschieden und sich nach all den Regentagen noch einmal in seiner ganzen Pracht zeigen. In Christchurch traf ich Lucy wieder und auch Lennart, einen deutschen Backpacker, der mir schon in Raglan ueber den Weg gelaufen war. Waehrend Lucy mir freudestrahlend von ihren letzten Skateboardversuchen erzaehlte, die sie als Vorbereitung fuer die Snowboardsaison einlegt und die sie aussehen lassen, als waer sie uebel misshandelt worden, sickerte es so langsam bei mir durch, dass ich ja tatsaechlich in zwei Tagen das Land verlassen wuerde. So seltsam! Die Vorstellung, dass das Leben hier einfach weitergehen wuerde, war mindestens genauso komisch wie der Gedanke an das, was sich zuhause in der Zwischenzeit veraendert hat. Wie waere es deprimierend, wenn nach 10 Monaten alles beim alten ist! Und wie wird es mir ergehen, wenn ich nach Hause komme? Wird Neuseeland nur eine Schublade in meinem Gehirn sein, gefuellt mit schoenen Erinnerungen, oder habe ich mich tatsaechlich veraendert? Doch, ich glaube schon, dass diese Zeit ihre Wirkung getan hat, ein bisschen selbststaendiger, ein bisschen mutiger, kurzum ein bisschen welterfahrener bin ich wohl schon geworden. All das, was ich hier gelernt habe, von vertieften Englisch- und Geografiekenntnissen bis zu der Faehigkeit, Menschen anhand ihres Akzents verschiedenen Nationalitaeten zuordnen zu koennen, waere mir entgangen, waere ich zuhause geblieben. Auch von so banalen Dingen wie Vegemite oder meiner neuen Lieblingsband "Flight of the Conchords" haette ich wohl nie gehoert und die hierzulande wunderschoenen Landschaften waeren in meinen Augen immer Szenen aus "Herr der Ringe" geblieben. Unser Planet Erde hat wunderschoene Ecken zu bieten und es liegt nur an uns sie zu entdecken. Dieses Jahr Auszeit hat meine Neugier nur noch bestaerkt und ich bin fest entschlossen, das "Weltenbummeln" weiterzufuehren. Doch nun ist erstmal wieder das "richtige" Leben dran, das sich fuer mich in den letzten Monaten in einer geheimnisvollen Parallelwelt abgespielt hat. Aber ueberhaupt zuallererst muss ich ja erstmal nach Hause kommen, das sei nicht zu vergessen!
Meinen gestaerkten Organisationskuensten war es zu verdanken, das ich meinen Flug von Christchurch nach Auckland 12 Stunden zu frueh gebucht hatte, ja, das mit A.M. und P.M. ist auch nach 10 Monaten immer noch eine heikle Angelegenheit. Dies fuehrte dazu, dass ich mich heute morgen in voelliger Dunkelheit mitsamt meinem Rucksack in ein Taxi verfrachten musste, nach kaum 15 Minuten Zeit zum Aufstehen, weil ich es irgendwie geschafft haben muss, meinen Wecker entweder im Schlaf auszuschalten oder ihn geflissentlich zu ueberhoeren. Wie auch immer, zweieinhalb Stunden spaeter befand ich mich in Auckland und sah mich mit der Frage konfrontiert, womit ich denn nun die naechsten 12 Stunden schneller vergehen lasse. Gott sei Dank hatte ich mich mit Miranda, die mich die allerersten Tage in Neuseeland auf ihrer Couch hat schlafen lassen, auf einen Kaffee verabredet - addiert zu dem Preis fuer den Shuttlebus zum Stadtzentrum entpuppte sich das dann zu der teuersten Tasse Cappuccino, die ich jemals getrunken habe. Trotzdem war es wunderbar, Miranda wiederzusehen und so das Neuseelandabenteuer ausklingen zu lassen wie es begonnen hat. Der Kreis schliesst sich quasi, auch wenn das etwas abgehoben klingen mag... leider dauerte es nicht besonders lang, einen Kaffee zu trinken und so stieg ich kurzentschlossen auf die Faehre und liess mich zur anderen Seite von Aucklands Harbour kutschieren, zu einem malerischen Stadtteil namens Devonport, den ich bis dahin noch nicht gesehen hatte. Definitiv eher von der wohlhabenderen Sorte, viktorianische Holzvillen praegen das Strassenbild, Palmen saeumen die Strasse und ueber allem liegt der Charme einer Kuenstlerkolonie mit Galerien, Cafes und Promenaden am Wasser. Ich war sehr erstaunt und positiv ueberrascht, dies ist die idyllischste Seite Aucklands, das ansonsten nicht unbedingt viel Charme versprueht. Ich wanderte am Wasser entlang und auf zwei Vulkanueberreste, von denen man eine wunderschoene Rundumsicht auf den Hauraki Golf, das Stadtzentrum mit dem Skytower und die umliegenden Stadtteile und Vororte hatte.


Jup, und nun geht es gleich wieder gen Flughafen und hinein ins naechste Abenteuer: Hong Kong! Habe schon viele Plaene, mal schauen, ob die Tage lang genug sind, um sie alle in die Tat umzusetzen oder ob ich von soviel Menschenmasse und dem Klima- und Kulturschock voellig umgehauen werde und zu gar nichts komme. Ja, aus dem nassen Christchurch mit seinen 5 Grad ins sonnige Auckland mit 20 Grad war schon eine Umstellung, aber vielleicht war das nun gute, stufenweise Vorbereitung auf das tropische Hong Kong! Noch ist das Weltenbummeln nicht zuende, Hong Kong, here I come!

1 Kommentar:

Ru hat gesagt…

Yo homes! So sorry to miss ya the other morning, totally gutted! Anywho, I got your messages, but thought this may be the best way to get a hold of ya at the moment. Well have a rocking time in Hong Kong, I am sure you will it sounds like it will be totally amamzing. Things here are good, was so great to get a real goodbye in before you left. Well I will work on my german and try to keep up with the blog, but honestly it is soooo over my head.
Cheers!