Wow, es ist soweit, ich habe meinen ersten Tag in Asien ueberlebt. Nach einem gefuehlt viel zu langen Flug stieg ich endlich hundemuede aus dem Flugzeug und musste sofort feststellen, dass fuer Muedigkeit jetzt nun wahrhaftig kein Zeit war. Wie, was, wohin? Chinesisch ueberall? Aha, zwischen dem Ankunftsgate und der Gepaeckrueckgabe faehrt eine U-Bahn und 'Immigration' heisst schlichtweg Reisepasskontrolle. Nein, ich habe keine Schweinepest und auch keinen Husten, Schnupfen, Fieber oder sonstiges, auch wenn ich beim Anblick dieser ganzen maskierten Gesichter doch einen leichten Anflug von Grippegefuehl bekomme... vielleicht ist es aber auch nur Modetrend? Nun gut, ich habe meinen Rucksack wieder, wurde nicht unter Quarantaene gesteckt und sehe jetzt dem ersten Abenteuer entgegen: Per Bus in die Stadt. Der Busfahrer schnauzt mich auf Chinesisch an, ich komm mir vor wie der letzte Depp, aeh, was? Aha, Tickets kann man anscheinend nicht im Bus kaufen. Gut, irgendwann hatte ich dann auch den Ticketschalter gefunden, ein Ticket erstanden und sass endlich im richtigen Bus... Das richtige Hostel zu finden war dagegen nicht so einfach. Etwas hilflos stand ich vor dem riesigen Block Beton, in dem mein Hostel stecken sollte. Statt einer Unterkunft sah ich einem wilden Kuddelmuddel aus Essbuden, Klamottenstaendern, Zeitschriftenbergen und elektronischen Unterhaltungskrimskrams entgegen und wurde prompt von einem indisch aussehenden Typen aufgegabelt. Ja, komm, ich zeig dir das Hostel - du weisst doch gar nicht in welchem Hostel ich gebucht habe - Oh, zeigen dir nettes, schoenes Hostel! - Aeh, ich moecht aber doch lieber in mein gebuchtes... Dort landete ich dann zu guter Letzt auch, stellte fest, dass die Rezeptionistin so gut wie gar nicht Englisch konnte, sie es aber trotzdem schaffte mit Haenden und Fuessen klarzumachen, dass ich in 2 Stunden wiederkommen sollte.
Mit leicht ungutem Gefuehl liess ich mein Gepaeck dort und kaempfte mich durch das Kuddelmuddel wieder nach draussen. Voellig verloren stand ich inmitten von himmelhohen Gebaeuden und Massen von irgendwie alle gleich aussehenden Menschen schoben sich rechts und links an mir vorbei. Ich raffte mich auf und schlenderte betohnt laessig in eine Richtung, obwohl, so laessig war es dann wohl doch nicht, denn alle 10 m wurde ich von irgendwelchen Menschen angehalten, die mir ihre neuesten Anzuege, Kleider, Haarschnitte, Massagen oder weitere seltsame Dinge aufschwatzen wollten. Hilfe, das war irgendwie alles zuviel. Hier sollte ich drei Tage zubringen? Voellig geschockt von soviel neuem fluechtete ich mich zu dem ersten Platz, der mir mit seinem gruenen Schild vertraulich winkte: Starbuck's. Cappuccino, Moccachino und wie sie alle heissen, sind mir wohlbekannt und so verbrachte ich eine halbe Stunde mit meinem Latte, einfach nur, um auf die Situation klarzukommen. Uff, danach ging es schon ein bisschen besser und ich wanderte zum Wasser hinunter. Was fuer eine Enttaeuschung, von Skyline nichts zu sehen, dicker Nebel verhuellt die Wolkenkratzer und es ist grau und nieselt. Und warm. Es fuehlt sich ein bisschen so an, als haette man eine Stadt in einer Sauna gebaut.
Eben noch steht man neben einem Wolkenkratzer mit spiegelnder Fassade, um die Ecke landet man aber im naechsten Strassenmarkt und gleich drei Leute wollen einem eine natuerlich echte Rolex andrehen. Hong Kong hat viel zu bieten und man kann ewig einfach nur durch Strassen wandern und die Atmosphaere geniessen.
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